Mai 29, 2024

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Wie entsteht ein Druckgeschwür (Dekubitus)?

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In der Bundesrepublik entwickeln rund 400.000 Menschen pro Jahr ein Druckgeschwür, auch Dekubitus genannt.

Die Erkrankung zieht eine lange Verweildauer im Krankenhaus inklusive hohem Pflegeaufwand sowie teuren Therapien nach sich. In Stufe Vier, also bei einem ausgeprägten Geschwür, kann ein Dekubitus Muskeln, Knochen und Sehen freilegen und eine infolgedessen entstandene Infektion sogar zu einer Sepsis führen. Doch wie entsteht das Druckgeschwür eigentlich und kann man es vorbeugen?

Entstehung eines Dekubitus

Ein Druckgeschwür entsteht immer dann, wenn auf ein bestimmtes Areal und dessen Gewebe Druck ausgeübt wird. Dabei sind Dauer und Intensität egal. Grundsätzlich entsteht der Schaden erst in den unteren Hautschichten oder an den Knochen, der erst später auf der obersten Hautschicht sichtbar wird. Ein Dekubitus kann somit durch schlechtsitzende Kleidung, Falten im Lacken oder durch einen Katheter o. ä. entstehen. Bettlägerige Personen können sich somit Wundliegen.

Verminderte Durchblutung ist die Ursache

Einige Personengruppen, darunter Senioren, Diabetiker usw. leben mit einem deutlich höheren Risiko ein Druckgeschwür zu entwickeln. Schließlich ist eine verminderte Durchblutung die Ursache für einen Dekubitus. Das gilt somit auch für Menschen mit Übergewicht, wodurch das Eigengewicht Auslöser sein kann. Folgende Körperregionen gelten als gefährdet für ein Druckgeschwür:

  • Ohren
  • Fersen
  • Sitzbein
  • Sitzbein
  • Hinterkopf
  • Kniegelenk
  • Ellenbogen
  • Fußknöchel
  • Wirbelsäule
  • Beckenkamm
  • Schultergelenk & Schulterblatt

Wie macht sich ein Druckgeschwür bemerkbar?

  • Akute Schmerzen an einer bestimmten Körperregion (begleitet von violetter oder roter Haut)
  • Eine grundsätzlich weichere und dünnere Haut
  • Empfindliche Hautstellen, die leicht einreißen

Wie lässt sich ein Dekubitus vorbeugen?

Ein Druckgeschwür entsteht durch eine verminderte Durchblutung, welche entweder durch unbewegliches Liegen, Stehen oder Sitzen hervorgerufen wurde. Eine Dekubitus-Prävention sieht daher vor, die oben genannten Körperstellen regelmäßig zu entlasten. Bettlägerige Personen sollten daher gewendet werden. Darüber hinaus können spezielle Dekubitus-Matratzen und -kissen helfen. Vielsitzer sollten sich ab und an die Beine vertreten und wer viel auf den Beinen unterwegs ist und wohlmöglich noch ein zu hohes Körpergewicht mitbringt, sollte auf schonendes Schuhwerk setzen und die Stehzeiten reduzieren. Ebenfalls zu empfehlen sind:

    • eine tägliche Hautkontrolle
    • atmungsaktive und nicht einschneidende Kleidung
    • beruhigende Gels gegen empfindliche und allergische Haut

    Wie stellt der Arzt die Diagnose?

    Personen, die vermuten ein Dekubitus zu entwickeln, sollen dies von einem Arzt abklären lassen. Bei der Anamnese überprüft dieser zunächst die Gewohnheiten und Lebensweise und setzt diese in Relation zum Alter, der Körpergröße und dem Gewicht. Im weiteren Verlauf folgen eine körperliche Untersuchung sowie gegebenenfalls ein Röntgen der betroffenen Region, um eine Diagnose stellen zu können.

    Fazit: Ein schmerzhaftes Leiden verhindern

    Wer auf seinen Körper acht gibt, ausreichend Bewegung hat und auch sonst keinerlei körperliche Beschwerden hat, entwickelt kaum ein Dekubitus. Personen nach einer Operation, Senioren, Diabetiker und Übergewichtige Personen hingegen tragen ein deutlich höheres Risiko. Eine spezielle Prävention ist wie oben geschildet möglich. Sollte es dennoch zu einem Druckgeschwür kommen, kann dieses behandelt werden. Jedoch sollte diese stets mit einem Arzt abgestimmt werden. Denn nur wenn die richtige Diagnose gestellt und die dazugehörigen Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden, ist eine Ausheilung realistisch. Eine Nicht-Behandlung kann im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen, welche lebensgefährlich ist.